Mittwoch, 28. August 2013

Männerwelt: Caballero vs. Huaso

Carampangue



Nach 3 Wochen Concepción wird mit der Männerwelt abgerechnet.

Sie halten Türen auf:
Türen im Café, Türen beim Arzt, Türen in der Universität, Taxitüren, Wechselstubentüren...Es sind nicht nur die jungen Männer zwischen 20 und 40 Jahren, besonders die über 60 Jährigen sind noch wahre Gentleman. Señorita (Fräulein) hier...Mi niña (Mein Kindchen) dort.

Im Bus steht ein älterer Herr auf, um einer 45 Jahre jüngeren Dame seinen Platz zu überlassen. Sein Argument: Ihr Kleid könnte bei soviel Gedränge zerknittern. Dahinschmelzen würde ich gerne.

Sogar der Taxifahrer erkennt, dass der neugekaufte Lippenstift perfekt zum Schal passt und sagt nicht nur "hola - 400pesos por favor - adios".


Es gibt da aber auch die andere Seite. Wie so oft.

Männer, die hupend vorbeifahren, um die Frau zu beeindrucken und nicht merken, dass sie sich die Ohren zuhebt. Männer, die einem acht Blocks hinterherstieren und nicht merken, dass es Zeitverschwendung ist.
Männer, die das Autofenster runterkurbeln und vergessen, dass die Ampel auch mal Grün wird....Männer.



Sonntag, 25. August 2013

Freitag, 23. August 2013

Waschen+Schneiden+Föhnen für $ 4000


 

Man kann ja über Chile sagen was man will, aber Friseure gibt es verdammt gute. 

Über Deutschland kann ich da leider wenig gutes sagen. Schneiden und BESONDERS Föhnen können deutsche Friseure meines Erachtens miserabel. Man kann nicht alles über einen Kamm scheren, aber die Friseure, die mein Haar frisiert haben, und das waren nicht wenige, waren nicht die besten, obwohl das Geld, das ich dagelassen habe, auf verdammt gute Friseure hätte schließen müssen!

Föhnen...eine Kunst für sich?

Die Chicas in Chile haben es jedenfalls gewaltig drauf, man sieht (oder meint es zumindest) danach immer aus wie ein HaarTOPmodel. Schön geglättete Haare - ich rede hier nicht von ein paar Locken glätten...die Frisur sitzt perfekt.

Das Schöne, man ist zufrieden und lässt nicht wie in Deutschland 20 bis 40 Euro liegen sondern nur 5 bis 8 Euro (4000 pesos). Zum Friseur gehen ist hier extrem günstig, andere Sachen sind teurer als in der Heimat.

Daniela, meine Friseurin, spricht mit mir als ob wir schon jahrelang befreundet wären. Manche würden es hassen - ich finde es gut. Sie arbeitet schnell und hantiert mit der Bürste als ob sie damit geboren wurde. Was will man mehr?



Nach 45 Minuten ist mein Pony wieder sehenswert und mein Haar glänzt und sitzt fabelhaft. Ich stelle mich draußen an die nächste Ecke, hebe eine Hand in die Höhe und rufe mir ein Taxi - so ähnlich wie in der Serie SEX & THE CITY.

Taxi fahren ist in Concepción sehr günstig. Ich fahre 5 Minuten und zahle umgerechnet 50 Cent. Wenn es mal schnell gehen soll, schlechtes Wetter ist oder die Frisur nicht an Perfektion verlieren soll....ist Taxi fahren die Lösung.

Kaffeeklatsch auf Deutsch


gefunden unter: http://bit.ly/18beWxC

In einer kleinen lutheranischen Kirche (und davon gibt es in Chile wirklich nicht viele) findet einmal im Monat gegen 16.00Uhr ein Hauskreis statt - bei dem die chilenische Sprache so fern scheint, wie ein Vegetarier von einem Stück Fleisch.



Wie ich dort hinkomme? 



Ich muss gestehen, ich bin katholisch getauft worden. Leider. Obwohl mein Vater Atheist war und meine Mutter würde ich eher in die Buddhistische Ecke einordnen als sie katholisch zu bezeichnen. 
Aber ein anderes Mal mehr über meine Eltern.

 Ich würde behaupten, dass ich keiner Religion angehöre. Man nennt es auch Atheismus. 
In Baden-Württemberg kostet es circa 30Euro aus der Kirche zu treten (In Bayern ist es - wer hätte es gedacht - teurer). Dieser Punkt befindet sich derzeit noch auf meiner "TO-DO-LISTE".



Wie gelange ich also in dieses religiöses Gebäude? 



Bei dem Institut bei dem ich arbeite, komme ich mit einer Praktikantin ins Gespräch. Sie schreibt eine Hausarbeit über das Thema "Deutsche Sprache in Concepción" und hofft in dieser Kirche auf Antworten. Ich begleite sie.



"Guck mal, Emma"...höre ich es aus der einen Ecke rufen und die Dame, neben die ich mich gesetzt habe, tauscht ein paar deutsche Sätze mit ihrer Sitznachbarin aus.


Circa 20 bis 30 Rentner sitzen an Tischen, die mit Kuchen und Kaffe gedeckt sind...und sprechen DEUTSCH. Aber was ich da höre, ist keineswegs ein gebrochenes Deutsch. Zwischen 60 und 90 Jahren sind die Ladys und sprechen ein akzentfreies Deutsch und Spanisch. Als ob die Herrschaften nie das Land verlassen hätten. Ich fühle mich HEIMISCH. 



Habe ich es hier mit Deutschen, Deutsch-Chilenen oder einfach nur extremen Deutschlandfans zu tun?



Die Mehrzahl der Anwesenden sind Anfang/Mitte des 20. Jahrhunderts mit ihren Eltern nach Chile ausgewandert. Also richtige Deutsche.
 Motivationsgründe waren zum einen die Suche nach Arbeit und zum anderen die Suche nach einem neutraleren Boden nach dem Krieg. 
Hauptgrund war jedoch die Arbeit und nicht die politische Orientierung.



"Die deutsche Sprache und Kultur muss erhalten bleiben"...darüber sind sich alle einig. 
Leider wird in der dritten Generation, der hier Anwesenden, schon sehr wenig Deutsch in den Familien gesprochen, was den Erhalt der Sprache massiv erschwert.

In Concepción gibt es auch eine deutsche Schule, doch in dieser verläuft der Unterricht schon länger nicht mehr NUR auf Deutsch.



Wir haben jedoch nicht nur Deutsche mit Emigrationshintergrund in der Runde, sondern auch Deutsch-Chilenen. 
Deutsch-Chilenen sind die Besten (ironischer Unterton). 

Ich spreche hier von Personen, die unglaublich stolz auf Deutschland sind und alles was damit zusammenhängt: Sprache (Deutsch), Aussehen (blondes Haar), Kultur (Literatur und Kunst) etc...
Es handelt sich hierbei MEISTENS um Personen die noch nie einen Fuß auf den deutschen Boden gesetzt haben, geschweige denn Verwandte dort habe. Diese Fazintation ist unerklärlich. 

Manche haben nur ENTFERNTE Verwandte dort und fühle sich sehr zu Deutschland hingezogen. 



Deutsche zu sein oder Deutsch zu sprechen hat hier in Chile Prestige.



Jeden Monat trifft man sich also und genießt den Apfelkuchen und unterhält sich auf Deutsch. 
Aber bei Essen und Reden bleibt es nicht...
Jedes Mal wird ein bestimmtes Thema diskutiert oder präsentiert.



Dieses Mal kamen zwei junge Mädchen aus der deutsche Schule, um den älteren Herrschaften zu erklären wie man richtig mit einem Handy umgeht. 
Amüsant wie man hier der Technik folgt. Die meisten hatten ein moderneres Handy als ich...und das mit NEUNZIG JAHREN?!

Ich möchte nach einem Stück Kuchen greifen, doch was ich in den Händen halte ist kein süßes Teilchen, sondern eine Art Brot mit Aufstrich.
Ich schaue die Dame rechts neben mir an und sage: hier gibt's also nicht nur süßes?
Sie beugt sich zu mir und antwortet zwinkernd: Wir sind süß...das muss reichen!

Ein Lächeln kann ich nicht zurückhalten. Muss ich auch nicht. 
Diese Kombination von blauen Augen und chilenischem Charme...Herrlich!



Gegen Ende trägt ein Herr noch ein Gedicht vor, das die ganze Mädelsrunde zum Lachen bringt:




Es wäre ja zum Lachen,
wenn nicht wir alten Drachen
 auch von so neuen Sachen 
uns ließen was vormachen
 wie Handies, Celulare,
Smartphones und sonstige Ware.

Da braucht man manche klare
 Anweisung fürs bare
               
Verständnis dieser Dinger,
und wo wir unsern Finger 
als Botschaftsüberbringer
 hintun – manchmal sogar ging er!

Besser gehts beim Suchen 
nach leckren Apfelkuchen,
und Kaffeklätschen buchen 
mit Schals und hübschen Tuchen!

Montag, 19. August 2013

Mein Viertel und die anderen

Concepción.
Mein Viertel:
"Barrio del Centro" ... mitten im Geschehen.


Wie könnte ich mein Barrio am besten beschreiben?
Am Authentischsten ist, dass zur später Stunde, so gegen 2 Uhr morgens, viele Transvestiten auf der gegenüberliegenden, starkbefahrenen Straße stehen...und auf eine bezahlte Autofahrt hoffen.

Männer mit blonden Perücken.
Männer, die unfassbar gute Frauen abgeben.

Der Unterschied zu einer Frau, aus der Distanz betrachtet, ist nicht an der Körperhaltung, den Körperrundungen oder den Gesichtszügen festzumachen -  sondern NUR an der Stimme. Talent muss der Mann haben, um SO auszusehen...oder vielleicht ein paar Operationen.

Zentralheizung gibt es nicht in den alten Wohnungen. Aber dafür sind diese Wohnungen standfester gegen Erdbeben. Zentralheizung... sollte man am Besten gar nicht kennen, damit das umgewöhnen auf einen Holzofen nicht so schwer fällt. Unfassbare Kälte im August. Warmes Wasser nur zum Duschen. Gespült wird mit eiskaltem Wasser, bei dem man nach wenigen Sekunden nicht mehr den Schmerz in den Fingern spürt,  auch wenn man sich mit einem Messer schneiden würde.
Um einen Holzofen anzuheitzen reicht nicht nur bloßes Holz, Streichhölzer und Papier....Wer die Ansicht einst teilte, wird hier in Chile eines besseren belehrt.

Wenn wir uns innerhalb Concepcións bewegen, gibt es natürlich mehr als ein - MEIN - Viertel.
Man kann die Barrios grob in DREI unterteilen.

"Barrio del Centro":
Die Leute, die im Zentrum der Stadt wohnen, gehören der Mittelschicht/Oberschicht an. Die Wohnungen und Häuser sind nicht gerade günstig und daher wohnt nicht JEDER in der Innenstadt.
Die Viertel im Zentrum sind im Großen und Ganzen ruhig, ungefährlich könnte man sagen.
Manche Straßen sollte man jedoch nachts meiden. Hierbei wäre "Carrera und Maipu" zu nennen.
Empfehlenswert ist kein Schmuck in der Stadt zu tragen, oder man geht das Risiko ein, diesen beim Abbiegen des nächsten Blocks zu verlieren, und bemerkt dies erst 10 Blocks weiter oder im dümmsten Fall gar nicht.

Das Viertel in denen die niedrigere Gesellschaftsschicht wohnt, heißt "Pedro de valdivia bajo"oder "Tucapel bajo".
Die Personen, die aus diesen Gegenden stammen, werden "flaites" oder "wuashiturros" bezeichnet. Hierzu einen Link, wie sich diese Leute geben und bewegen, um es sich ein wenig besser vorstellen zu können http://www.youtube.com/watch?v=IR__WMtmN90

Natürlich gibt es auch in Concepción Leute, die einer reichen Gesellschaftsschicht angehören.
Wer sich ein Haus für über 200.000.000 Pesos leisten kann, wohnt in "Lonco" oder "Villuco".
Diese "Bonzen" werden in Concepción als "pelo lais" bezeichnet. Der Ausdruck beschreibt eine Person mit geglättenen Haaren. Wer sich geglättete Haare leisten kann, beziehungsweise Zeit hat, um sich ordentlich die Haare zu glätten, gehört einer gehobeneren Schicht an.
Oftmals fällt in Bezug auf die reichen penquistas (Aus Concepción stammende) der Begriff "papas en la boca". Dies soll die hochgestochene Art zu sprechen beschreiben. 
Kartoffeln im Mund...sozusagen. Sie sprechen langsam sprechen und hochgestochen.




„Das Land, wo die Welt zu Ende ist"



Einwohner: ca. 16.600.000


Länge: 4300 km
Regionen: 15



Chile.
Man könnte jetzt unfassbar viele Fakten aufzählen. 
Man könnte. Im Grunde ist das jedoch unnötig. Das kann man schließlich überall nachlesen, wenn man Hintergrundwissen über das Land wissen will. Wer nun einen Haufen geschichtliche, politische, geografische Fakten erwartet, sollte sich besser woanders informieren. 

Es geht hier nicht um Fakten sondern um Ansichten. Ansichten sind subjektiv und ohne Garantie auf Wahrheit. Aber möglicherweise handelt es sich um eine von vielen Wahrheiten.

Chilenen. 

Aufgrund der geografischen Lage Chiles - im Norden die Wüste, im Süden und Westen das Meer und im Osten die Anden - sind sie sehr abgeschottet von anderen Ländern und Kulturen. Daraus resultiert eine gewisse Andersartigkeit, die nicht unbedingt positiv zu bewerten ist.
Der rege Austausch mit anderen Ländern macht Chilenen zu wahren Patrioten.
"En Chile..." - diese Satzstruktur trifft man häufig an und merkt wie stolz die Chilenen auf ihre Kultur, auf ihr Land sind und dieser Stolz sich ab und an in Überheblichkeit umwandelt.

Concepción - „La perla del Bío-Bío“


Einwohner: ca. 210.000


VIII Region in Chile.

Am 27. Februar 2010 gab es das stärkste Erdbeben seit 50 Jahren in Chile...
Häuser in Concecpión und Umgebung wurden zerstört.
Viele Personen kamen ums Leben. Das Erdbeben betrug 8,8 Magnitude.
Um eine Vorstellung davon zu haben, was dies konkret bedeutet:

8,0...< 9.0, es handelt sich hierbei um ein großes Erdbeben, die Zerstörung kann in Bereichen von einigen hundert Kilometern stattfinden und kann einmal im Jahr vorkommen. Bei den Werten von 9.0 ...<10.0 gibt es eine Zerstöung von mehreren tausend Kilometern. Über 10.0 wurde bis jetzt noch nie registriert. 



Es erschien sogar ein Film über das Erdbeben: Chile 8.8

http://www.youtube.com/watch?v=6mbwclXLpd4


Dienstag, 13. August 2013

Flug ins saukalte Chile

18h reine Flugzeit. 

Wartezeit Flughafen 3-10h.
1 Tag Reise.
2 Tage Jetlagüberwindung.
200 Seiten weiter im Bestseller Tschick. Empfehlenswert.

Ätzend langer Flug. Nicht nur für Personen, die unter Flugangst leiden.
ZUM Vorteil aller Passagiere leide ich nicht mehr unter Flugangst.
Warum weiß ich auch nicht. Ist nun so.
Turbulenzen sind grausam, aber nicht mehr so, dass man zur Stewardess rennt, ja ich spreche von rennen, nicht gemütliches gehen und sagt, dass bei der Maschine irgendwas nicht stimmt.
Ich weiß das. Ich bin Zeuge. Ich bin ja schließlich 30mal oder mehr geflogen und bin somit fast Pilot...
Schwachsinn. Die Stewardess schaute einen dann mit so einem Blick an, der mir verständlich machen soll - „Kindchen, das ist Routine, wenn man über manche Regionen fliegt“. Ich sollte das schließlich wissen, ich bin ja 30mal oder mehr gefolgen. Ich wusste es aber nicht.
Naja jedenfalls ist die Flugangst passé.

Bei so einem langen Flug hat man viel Zeit.

Zeit, um Menschen zu beobachten. 

Eine kleine Typologie der Flugpassagiere, die sich besonders bei dem Flug "Frankfurt - Concepción" herauskristalisieren hat lassen, soll nun verständlich machen, wie BRUTAL ein 20h Flug sein kann...


Typologie: Flugpassagiere
Flug: Frankfurt - Chile

Fluggesellschaft: Iberia; LanChile


Die Mutti
- Mindestens 2 Kinder, eins davon schreit
- Sitzt oft in den 4er Reihen
- Meistens sitzen Muttis vorne oder am Notausgang, wo sie viel Platz zum wickeln haben...
- Eine Mutti darf immer als erstes einchecken. Das hat sie auch verdient.
- Kinder sind super, aber bei solchen Flügen können Kinder einen normalen Flug zur Hölle machen, daher sind Muttis Passagiere neben welchen man nicht allzu gerne sitzen möchte


Der Werwolf
- Man riecht ihn auch wenn man 20 Reihen weiter hinten sitzt
- Intensive Körperbehaarung ist noch schmeichelnd ausgedrückt
- Schaut meistens alle Filme mit
- Isst viel und trinkt Bier und zur späten Stunde Café
- Geht nie auf die Toilette. Wird eins mit seinem Sitz

The Biggest Loser - Kandidat
- Manche Personen haben nicht die Körpermaße, die sich ein Karl Lagerfeld wünscht, eher die Sumogemeinschaft in Japan. Interessanter Link zu Techniken im Sumo folgt weiter unten...
- Die engen Sitze der Flugzeuge sollten seit etlichen Jahren vergößert werden. Ist schließlich eine enorme Beleidigung für jeden, der enorm viel auf den Rippen hat
- Dieser Kandidat sitzt, wenn er und die anderen Passagiere ein wenig Glück haben, am Gang

Der Schisser
- Sitz am Gang oder bei der Stewardes
- Empfehlenswert als Schwächling, sind die Sitzreihen in der Nähe des Cockpits zu wählen, da die Turbulenzen im hinteren Teil eines Flugzeuges stärker wahrzunehmen sind
- Isst nichts oder wenig
- Trinkt meist schon zu Beginn Alkohol und hört erst bei der Landung wieder damit auf
- Schläft nicht, es könnte ja schließlich etwas passieren und er wüsste dann nicht darüber bescheid

The Important Guy
- Anzug, Hemd, Krawatte nicht immer
- Schuhe werden des Öfteren ausgezogen - die Armanisocken brauchen schließlich auch Luft
- Business class
- Im 2Sitzer meistens vertreten - weit weg von Familien und Kindern

Die Barbie
- Hohe Schuhe sind ein Muss
- Trinkt viel Café
- Frisur sitzt auch noch nach 20h Flug
- Kurz mal in der kleinen Toilette verschwunden und ZACK man denkt sie hat sich nochmal kurz Botox gespritzt so glatt, straff und frisch ist ihre Haut wieder

The Tourist
- Rucksack statt Aktentasche oder Trolley als Handgepäck
- Trekkingsandalen oder Wanderschuhe
- Nervigste Angewohnheit: der Reiseführer wird meist gegen Nacht nocheinmal durchgeblättert und das Licht bleibt daher lange an
- Schläft wenig, liest und isst viel
- Ist des öfteren über 50

Ich war der Schisser, wäre gern The Important Guy und werde irgendwann die Mutti sein.



Sumo-Techniken:
浴せ倒し- "Aus einem Griff heraus wirft der Angreifer sein Gewicht auf den Gegner und zwingt ihn dadurch rücklings auf den Boden"
und viele mehr...

http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Techniken_im_Sum%C5%8D



Freitag, 9. August 2013

Bloggen


...die Einen, oft als Hipster betitelten, tun es wahrscheinlich schon seit 10 Jahren, die Anderen, verzweifelte Mittdreißiger oder junggebliebene Trendsetter, tun es gerade heute.  Weshalb dieser Drang eine Art öffentliches Tagebuch zu führen?
"
In the future, everyone will be world-famous for 15 minutes", Andy Wahrhol bringt es mit seinem bekannten Zitat auf den Punkt. Jeder will den Wind des Ruhms spüren, auch wenn dieser einen nur streichen sollte oder man nicht einmal in diesen Genuss kommt.
Die Möglichkeit zählt.
Wer mit fast 25 Jahren bloggt ist nicht unbedingt ein verzweifelter Hipster (dafür wäre er als Hipster schon zu alt), sondern eher ein frühzeitiger Zweifler.

Ein JEDERMANN bloggt heutzutage. Über Umzüge, sehenswerte Städte,  Bücher, die man gelesen haben sollte, über Essen, besondere Cupcakeformen, über Modefauxpas aus Hipsterperspektive, Liebesstellungen für Übergewichtige,  über Comics, die Marvel-Fraktion gegen die DC-Elite und und und....möglicherweise bloggen sogar manche über ihren eigenen Stuhlgang.

Der Blog, Perlen des Viertels // Perlas del Barrio, dokumentiert eine Zeit im Ausland, um genau zu sein in Chile. Meine Wenigkeit arbeitet für ein paar Monate im kulturellen Sektor und textet über Vorurteile wie Vorteile einer Deutschen in Concepción.

Bleibt ein Deutscher im Ausland stets das Klischee von einer Lederhosen tragenden, Sauerkraut kauenden, mit dem rechten Arm in die Lüfte Heil schreienden Witzfigur?!

Dabei geht es nicht nur um den Arbeitsalltag einer Gringa, sondern um das Leben im neuen Barrio: Welchen Besonderheiten und spannenden Persönlichkeiten begegnet man gewollt/ungewollt im neuen Viertel? Erwähnenswerte Charaktere oder doch nur ein Gesicht mehr auf der Straße?
In welchem Moment wird das einst so fremde Viertel als neue Heimat anerkannt?

Wer jetzt schon merkt, er interessiert sich doch eher für einen Blog, der über die Leichtigkeit mancher Dinge spricht wie Vintagebilder im Herbst, der sollte diesen Blog nicht lesen.

Alle anderen, die über magische, humorvolle oder seltsame Geschichten im ausländischen Viertel lesen möchten, bitte ich zu bleiben und zu lesen.
Ein Blog über meinen Block.

Der Vorhang öffnet sich – tretet ein oder zieht den Vorhang wieder zu und kostet von anderen Blog-Leckereien.