Montag, 19. August 2013

Mein Viertel und die anderen

Concepción.
Mein Viertel:
"Barrio del Centro" ... mitten im Geschehen.


Wie könnte ich mein Barrio am besten beschreiben?
Am Authentischsten ist, dass zur später Stunde, so gegen 2 Uhr morgens, viele Transvestiten auf der gegenüberliegenden, starkbefahrenen Straße stehen...und auf eine bezahlte Autofahrt hoffen.

Männer mit blonden Perücken.
Männer, die unfassbar gute Frauen abgeben.

Der Unterschied zu einer Frau, aus der Distanz betrachtet, ist nicht an der Körperhaltung, den Körperrundungen oder den Gesichtszügen festzumachen -  sondern NUR an der Stimme. Talent muss der Mann haben, um SO auszusehen...oder vielleicht ein paar Operationen.

Zentralheizung gibt es nicht in den alten Wohnungen. Aber dafür sind diese Wohnungen standfester gegen Erdbeben. Zentralheizung... sollte man am Besten gar nicht kennen, damit das umgewöhnen auf einen Holzofen nicht so schwer fällt. Unfassbare Kälte im August. Warmes Wasser nur zum Duschen. Gespült wird mit eiskaltem Wasser, bei dem man nach wenigen Sekunden nicht mehr den Schmerz in den Fingern spürt,  auch wenn man sich mit einem Messer schneiden würde.
Um einen Holzofen anzuheitzen reicht nicht nur bloßes Holz, Streichhölzer und Papier....Wer die Ansicht einst teilte, wird hier in Chile eines besseren belehrt.

Wenn wir uns innerhalb Concepcións bewegen, gibt es natürlich mehr als ein - MEIN - Viertel.
Man kann die Barrios grob in DREI unterteilen.

"Barrio del Centro":
Die Leute, die im Zentrum der Stadt wohnen, gehören der Mittelschicht/Oberschicht an. Die Wohnungen und Häuser sind nicht gerade günstig und daher wohnt nicht JEDER in der Innenstadt.
Die Viertel im Zentrum sind im Großen und Ganzen ruhig, ungefährlich könnte man sagen.
Manche Straßen sollte man jedoch nachts meiden. Hierbei wäre "Carrera und Maipu" zu nennen.
Empfehlenswert ist kein Schmuck in der Stadt zu tragen, oder man geht das Risiko ein, diesen beim Abbiegen des nächsten Blocks zu verlieren, und bemerkt dies erst 10 Blocks weiter oder im dümmsten Fall gar nicht.

Das Viertel in denen die niedrigere Gesellschaftsschicht wohnt, heißt "Pedro de valdivia bajo"oder "Tucapel bajo".
Die Personen, die aus diesen Gegenden stammen, werden "flaites" oder "wuashiturros" bezeichnet. Hierzu einen Link, wie sich diese Leute geben und bewegen, um es sich ein wenig besser vorstellen zu können http://www.youtube.com/watch?v=IR__WMtmN90

Natürlich gibt es auch in Concepción Leute, die einer reichen Gesellschaftsschicht angehören.
Wer sich ein Haus für über 200.000.000 Pesos leisten kann, wohnt in "Lonco" oder "Villuco".
Diese "Bonzen" werden in Concepción als "pelo lais" bezeichnet. Der Ausdruck beschreibt eine Person mit geglättenen Haaren. Wer sich geglättete Haare leisten kann, beziehungsweise Zeit hat, um sich ordentlich die Haare zu glätten, gehört einer gehobeneren Schicht an.
Oftmals fällt in Bezug auf die reichen penquistas (Aus Concepción stammende) der Begriff "papas en la boca". Dies soll die hochgestochene Art zu sprechen beschreiben. 
Kartoffeln im Mund...sozusagen. Sie sprechen langsam sprechen und hochgestochen.




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